Sieht dir der Teufel aus den Augen?- Ein zeitgenössischer Woyzeck in der Diskussion (ANCB00491)

Durchführungsort:
Landkreis Uckermark

Unser Angebot kann in unseren eigenen Räumen / an unserem Standort durchgeführt werden.

Wir bieten ein Projekt in folgendem Bereich an:
Motivation, Selbstwert, Kommunikation, Konstruktive Problemlösung

Teilnehmer
Große Gruppengröße mit 16 bis 30 Teilnehmer

Welche Altersgruppe kann mit dem Angebot erreicht werden?: 16 - 21

Jahrgangsstufe(n), die mit dem Angebot erreicht werden kann/können: 10, 11, 12, 13, Bildungsgänge am Oberstufenzentrum

Ablauf des Angebotes: im Rahmen eines Projekttages oder einer Projektwoche

Kurzdarstellung des geplanten Angebotes (Methoden, Inhalte):
Die Inszenierung Woyzeck arbeitet sich am fragmentarischen Charakter von Büchners Woyzeck ab. Im Fokus der Inszenierung steht die Aktualität, die Greifbarkeit und Brutalität der Unausweichlichkeit, die im Fragment schlummern. Tilo Esche und Johanna Müller haben die Situation ins Heute geholt, ohne konkreter zu werden in Ortsbeschreibungen. Zudem ist der Figur des Woyzeck Kameradin Andres zur Seite gestellt – beide kehren direkt zu Stückbeginn aus dem Kriegseinsatz heim. Die Schwierigkeit (oder Unmöglichkeit?) des Zurückfindens in eine zivile Welt, die nicht im Krieg war, ist zentraler Ausgangspunkt für diese Inszenierung gewesen. Die psychische (Über-)Belastung und die Zerstörung der Normalität der SoldatInnen Woyzeck und Andres und damit auch Störung für die anderen (zivilen) Charaktere steht im Vordergrund. Das Ausgestoßen-Sein aus der Gesellschaft, das Underdog-Dasein von Woyzeck, der keine Mittel hat, chancenlos ist, soll eine zeitgemäße Übersetzung finden. Zugleich reißt diese Inszenierung Fragen an, die der historische Text ebenso zu stellen vermag: Wie geht die Gesellschaft mit Menschen um, die nicht schon immer im Fokus standen? Was erträgt ein Mensch? Wie sehr kann ein Mensch ausgegrenzt oder geschunden werden? Wie sieht Ausbeutung aus und warum rebelliert der Mensch nicht oder ab wann tut er es doch? Welche Grausamkeiten kann im Verhältnis zu Hauptmann oder/und Doktor liegen? Warum tötet Woyzeck Marie? Für viele Aspekte des Dramas hat das Team versucht, moderne Übersetzungen zu finden. Und die Frage, ob Liebe Platz hat in einem solchem Kosmos aus Kriegstraumata (Stichwort PTBS), Unterdrückung und Schinderei, stellte sich. Die Notwendigkeit in die Einsicht, dass Woyzeck bis heute aktuell geblieben ist, stand am Anfang der Überlegungen dieser Inszenierung. Bleibt am Ende die Frage, ist Woyzeck nicht auch ein Mensch mit Gefühlen und Problemen? Doch wo ist er Mensch, wie lang kann er erdulden, wieviel erträgt er und was geschieht, wenn Woyzeck ins Handeln kommt? In der Tradition des Dramas hat die Inszenierung an den ubs die Frage nach der Schuld und Verantwortung gestellt, die Antwort liegt wie bei Büchner bei den RezipientInnen. Und die Vielfalt der Möglichkeiten diese Inszenierung zu lesen, ist Teil des Konzeptes.
Allen Vorstellungen geht eine Einführung voraus und ihnen folgt eine Nachbereitung mit dem Spiel- und Inszenierungsteam. Dabei machen wir das Angebot, das Gespräch durch die Teilnahme eines wegen PTBS in den Ruhestand versetzen Soldaten zu erweitern.
Die Teilnehmenden lernen den Arbeits- und Kommunikationsort Theater kennen, schulen ihre Kritikfähigkeit und rhetorischen Mittel. Realität wird gespiegelt, eine Positionierung zum Zeitgeschehen wird unerlässlich. Das Zeitzeugengespräch als Methode kann insbesondere dazu beitragen, dem ästhetischen Erlebnis Theater in der komplizierten Welt von Jugendlichen eine Orientierung zu geben und die ungezwungene Diskussion zuzulassen.

Wie erfolgt die Dokumentation der Inhalte und Fortschritte (Kompetenzzuwachs bei den Teilnehmer*innen) und die Rückkopplung mit den Eltern und mit der Schule?:
-im Anschluss im Unterricht

In der Maßnahme kommt Personal mit nachfolgenden Qualifikationen bzw. pädagogischen Erfahrungen mit Kindern und Jugendlichen zum Einsatz:
Theaterpädagogin (langjährig)
Dramaturgin (Master)
Schauspielende (Diplom und Master)

Angaben zum Anbieter

Uckermärkische Bühnen Schwedt

Anschrift:
Berliner Str. 46-48
16303 Schwedt

Kontakt beim Anbieter für Nachfragen / Buchung des Angebotes

Vor- und Nachname: Waltraud Bartsch
Telefon: 03332538129
E-Mail: bartsch@theater-schwedt.de
Webseite des Anbieters: www.teater-schwedt.de

Für die Richtigkeit aller Angaben und Inhalte der veröffentlichten Angebote sind die Anbieter zuständig.

Hotline

für Anbieter zu Fragen der Registrierung / Angebotserstellung:
0355 - 28863876 / aufholen[at]stiftung-spi.de

für Schulen der Schulamtsbereiche Neuruppin und Brandenburg an der Havel:
0331 - 813 202 70 / aufholen[at]kobranet.de

für Schulen der Schulamtsbereiche Cottbus und Frankfurt (Oder):
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